Während der Schwangerschaft und für Mütter

Dr. Andrea Somweber - Wahlzahnärztin in Bad Fischau

Während der Schwangerschaft findet eine hormonelle Umstellung statt. Die Mundschleimhaut ist verletzlicher, sensibler und verstärkt durchblutet. Bei Problemen mit der Verdauung, bei häufigem Erbrechen am Beginn der Schwangerschaft, wird das bakterielle Milieu verschoben. Dies äußert sich in geschwollenem, gerötetem, leicht blutendem Zahnfleisch. Falls sich auch noch Mundgeruch bemerkbar macht ist Eile geboten: Keime können auf dem Blutweg zum Ungeborenen gelangen und sowohl verantwortlich für Mindergewicht als auch für eine Frühgeburt sein. 

Therapien in der Schwangerschaft

Da sich in der Schwangerschaft die meisten Antibiotika zur Therapie nicht eignen, stehen zwei weitere Therapieansätze im Vordergrund. 

Der erste ist eine engmaschige professionelle Mundhygiene, bei der Zahnzwischenräume gewissenhaft gespült und gereinigt werden. Die Zähne werden mit Polierpasten behandelt und mit Fluorlösungen touchiert, um Karies zu vermeiden. 

Die andere Methode ist die antimikrobielle photodynamische Therapie. Nach Entfernung aller harten und weichen Beläge werden mit Hilfe von Farbstoff und Laserlicht krankmachende Keime entfernt.

Das Stillen

Es ist für das Wohl des Kindes von unbestrittenem Nutzen wenn es in den ersten Lebensmonaten gestillt wird. Sobald jedoch die ersten Zähnchen kommen ist es Zeit das Kind abzustillen und mit dem Zufüttern zu beginnen.

Muttermilch enthält auch Milchzucker und dieser greift den dünnen Zahnschmelz der kleinen Zähne an und zwar, für die Mutter nicht sofort erkenntlich, an der Innenseite der oberen Frontzähne. Der Saftstrom benetzt beim Saugen zuerst die oberen Frontzähne und greift damit unweigerlich die Zahnsubstanz gaumenseitig an. Da das Kind ja üblicherweise „ad libitum“, also nach Bedarf des Kindes, mehrfach am Tag und in der Nacht gestillt wird kommt es zu Zerstörung der Zähne durch Milchzucker. Der Schmelz blättert in kleinen Stücken ab und zurück bleibt das braun erweichte Innere des Zahnes, kariöses Dentin. Dieses ist hoch sensibel auf Kälte, Wärme, Süßes und mechanische Reize. Das heißt: das Putzen der Zahnreste wird für das Kind schmerzhaft. Ein Teufelskreis beginnt.

Es ist deshalb wichtig das Kind sehr bald zum Zahnarzt mitzunehmen. Er wird schnell erkennen, ob mit den Zähnchen alles in Ordnung ist. Anderenfalls muss sofort gehandelt werden.