Wir betreuen mit hohem Engagement Menschen, die unserer besonderen Zuwendung bedürfen gemäß unserem Leitspruch: "Hole den Patienten ab, wo er ist!"
Sie wollen direkt angesprochen und ernst genommen werden. Andererseits dürfen sie nicht als kleine Erwachsene behandelt werden.
Kinder brauchen Zeit, um sich an eine fremde Umgebung und fremde Personen in ihrer Nähe zu gewöhnen. Kinder sind nicht geduldig, nicht leidensfähig. Sie empfinden stark die Gefühle der Bezugspersonen. Schon die kleinste Unsicherheit, Nervosität oder Ärger wird vom Kind wahrgenommen. Die Anwesenheit der Eltern wird von uns befürwortet, um dem Kind die Geborgenheit nicht zu nehmen. Die Eltern sollen durch ein wohlwollendes
und ruhiges Verhalten dazu beitragen eine Beziehung zwischen dem Arzt und dem Kind aufzubauen. Ängstliche, nervöse oder übermäßig tröstende Eltern entwickeln beim Kind das Gefühl, es handle sich um eine Katastrophensituation und verringern damit die Behandlungsbereitschaft. Den verbalen Wettstreit zwischen Arzt und Eltern um das Kind wird der Arzt/die Ärztin immer verlieren, weil die Eltern erste Bezugspersonen für das Kind sind, und deshalb automatisch eher Aufmerksamkeit finden. Eine ruhige,
bestimmte Haltung der Eltern hilft dem Arzt die Behandlung möglich zu machen. Die Fähigkeit sich zu konzentrieren ist umso kürzer je jünger das Kind ist. Es ist sinnvoll die Behandlung in mehreren kleinen Etappen durchzuführen, um das Kind nicht zu überfordern. Der geschulte Arzt weiß, wann die Grenzen des Machbaren erreicht sind. Eine letzte Füllung zu erzwingen um sich eine weitere Anfahrt zu sparen, kann den dauerhaften Unwillen des Kindes zur Zahnbehandlung bewirken.
Auch das psychologisch geschulte Team kann manchmal an der Verweigerung, aggressiven Trotzreaktion , übertriebenen Angst vor Verletzung oder der Nähe von fremden Menschen scheitern.
Manchmal führt ein freundschaftliches Verhalten des Arztes unterstützt von Helferinnen und den Eltern dennoch zum Ziel. Die Berufsethik verbietet es eine jetzt notwendige Behandlung auf spätere Zeiten zu verschieben, bis das Kind vernünftiger ist, weil sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Dann ist eine Behandlung in Vollnarkose unter Leitung einer erfahrenen Anästhesistin unumgänglich. Kinder können sich nach erfolgter Behandlung in Narkose zu sehr kooperativen Patienten entwickeln
Unterschiedlichste Beweggründe machen den Patienten nicht behandelbar.
Dies beginnt mit der Erinnerung an einen traumatischen Zahnarztbesuch in der Kindheit, einer schmerzhaft empfundenen Wurzelbehandlung, einer zu lange dauernden Entfernung eines Weisheitszahnes. Schwieriger wird es, wenn der Patient sich vom Zahnarzt nicht ernst genommen fühlte, wenn über ihn hinweg entschieden wurde, wenn eine Behandlung erfolgte, die so nicht geplant war. Ganz schlimm wird es, wenn der Arzt nicht glauben konnte, dass „es immer noch weh“ tut.
Am größten wird die Herausforderung aber, wenn die Verweigerung Ursachen hat, die mit der Zahnbehandlung keinen unmittelbaren Zusammenhang haben, die im Unterbewusstsein schlummern. Im Moment des sich ausgeliefert Fühlens, des Kontrollverlusts kommen diese unbestimmten jedoch nicht mindern dramatischen Ängste hoch und vereiteln den Plan der Zahnbehandlung.
Menschen mit Phobien brauchen viel Zeit, benötigen das Gefühl verstanden und angenommen zu sein. Menschen mit diesen Ängsten können niemals sofort in die Behandlung gehen. Es gibt die Möglichkeit der schrittweisen Annäherung an die Behandlung, wenn keine akuten Probleme eine umgehende Therapie erfordern.
Falls von Seiten des Patienten die Möglichkeit eines vorsichtigen Einstiegs in die Behandlung abgelehnt wird besteht die Möglichkeit der gesamten Behandlung in Allgemeinnarkose.
Im Anschluß planen wir mit dem Patienten wiederum den Einstieg in die Behandlung über Prophylaxeprogramme. Zusätzlich empfehlen wir den Beginn einer Gesprächstherapie mit speziell geschulten Psychologen.
Ich bin geschult über die sog. Rational Emotive Verhaltenstherapie (REVT) mit Angstpatienten zu kommunizieren.
Wir widmen uns gerne Menschen, die unsere Unterstützung besonders benötigen. Wir fertigen nach Möglichkeit ein Panoramaröntgen an, um eine Übersicht über den Therapieumfang zu erhalten. Gelingt dies nicht schaffen wir uns mit gutem Erfolg bei der Erstuntersuchung Einblick. Dazu benötigt man Zeit und Geduld um das Vertrauen des Patienten zu erhalten. Auch die körperliche Nähe des Arztes bei der Inspektion muss erst erlernt werden. Dabei sind wir aber recht erfolgreich. Deshalb betreuen wir viele Patienten aus den Lebenshilfeeinrichtungen der Umgebung. Viele machen erstaunliche Fortschritte und sind gut behandelbar. Für andere ist die umfassende Behandlung in Allgemeinnarkose der bessere Weg.
Unsere Praxis befindet sich im Hochparterre und ersten Stock. Wir sind gerne beim Transport ins Haus behilflich. Auch die Rettung unterstützt unsere Patienten durch Sitzendtransport. Falls ein Kranker nicht transportfähig ist kommen wir auch zum Hausbesuch. Die Behandlungsmöglichkeiten sind dann aber etwas eingeschränkt.